Historische Anspielungen zu "Muse"
Die Musen der griechischen Mythologie
In der griechischen Mythologie waren die Musen (griechisch: Μοῦσαι, Mousai) die Göttinnen der Künste, Wissenschaften und Inspiration. Es gab ursprünglich drei Musen, später wurden es neun Töchter des Zeus und der Mnemosyne. Jede Muse war für einen bestimmten Bereich der Kunst und Wissenschaft zuständig:
- Kalliope (Καλλιόπη): Muse der epischen Dichtung
- Klio (Κλειώ): Muse der Geschichte
- Euterpe (Εὐτέρπη): Muse der Musik und lyrischen Poesie
- Melpomene (Μελπομένη): Muse der Tragödie
- Terpsichore (Τερψιχόρη): Muse des Tanzes
- Erato (Ἐρατώ): Muse der Liebeslyrik
- Thalia (Θάλεια): Muse der Komödie
- Polyhymnia (Πολυμνία): Muse der sakralen Poesie
- Urania (Οὐρανία): Muse der Astronomie
Die Musen wurden oft als Quelle der Inspiration für Künstler und Dichter angesehen, und der Begriff "Muse" wird heute noch verwendet, um eine Inspirationsquelle zu bezeichnen.
Der Dichterimmortelle Li Bai (诗仙, Shī Xiān)
Li Bai (701-762 n. Chr.), auch bekannt als Li Po, war einer der größten Dichter der Tang-Dynastie in China. Er wurde als "诗仙" (Shī Xiān) oder "Dichterimmortelle" bezeichnet, wegen seiner außergewöhnlichen poetischen Fähigkeiten und seinem freien, ungebundenen Lebensstil. Seine Gedichte sind oft romantisch, fantastisch und von großer Imaginationskraft geprägt. Er galt als der Inbegriff des poetischen Genies und wurde oft als "Muse" der chinesischen Poesie betrachtet.
Der Dichterheilige Du Fu (诗圣, Shī Shèng)
Du Fu (712-770 n. Chr.) war ein weiterer berühmter Dichter der Tang-Dynastie, der als "诗圣" (Shī Shèng) oder "Dichterheiliger" bekannt ist. Im Gegensatz zu Li Bai schrieb Du Fu oft über soziale Ungerechtigkeit und das Leid des einfachen Volkes. Seine Gedichte sind realistisch und tiefgründig, und er wird als einer der größten Realisten der chinesischen Literaturgeschichte angesehen. Seine Werke dienten als Inspiration für spätere Generationen von Dichtern.
Der Literaturstern (文曲星, Wén Qū Xīng)
In der chinesischen Astrologie ist "文曲星" (Wén Qū Xīng) der "Stern der Literatur", der als Gott der Literatur und der Prüfungen verehrt wird. Er wird oft als Muse für Gelehrte und Künstler betrachtet, die bei ihren Studien und kreativen Werken um seine Unterstützung bitten. Der Glaube an den Literaturstern war besonders während der kaiserlichen Prüfungszeit in China verbreitet, als Studenten um Erfolg in den Beamtenprüfungen beteten.